Überblick
Das Wichtigste in Kürze
- ✓Vitiligo ist nicht ansteckend.
- ✓Sie kann in jedem Alter beginnen.
- ✓Häufig ist ein Autoimmunprozess beteiligt.
- ✓Verlauf und Ausprägung sind individuell.
- ✓Eine dermatologische Diagnose ist wichtig.
Was passiert bei Vitiligo in der Haut?
Melanozyten bilden den Hautfarbstoff Melanin. Bei Vitiligo nimmt die Zahl funktionsfähiger Melanozyten in begrenzten Hautbereichen ab. Die betroffenen Stellen verlieren dadurch ihre natürliche Farbe und erscheinen milchig-weiß.
Nach heutigem Verständnis wirken mehrere Prozesse zusammen. Besonders wichtig ist eine fehlgeleitete Immunreaktion gegen Melanozyten. Auch genetische Veranlagung, oxidativer Stress und örtliche Faktoren können eine Rolle spielen. Eine einzelne, für alle Menschen gleiche Ursache gibt es nicht.
Welche Formen werden unterschieden?
Die häufigste Form ist die nichtsegmentale Vitiligo. Sie betrifft oft beide Körperseiten und kann symmetrisch auftreten. Die segmentale Vitiligo bleibt meist auf einen begrenzten Körperbereich einer Seite beschränkt und zeigt häufig einen anderen Verlauf. Selten kommen gemischte Formen vor.
- Nichtsegmentale Vitiligo: häufig beidseitig oder symmetrisch
- Segmentale Vitiligo: meist einseitig und regional begrenzt
- Gemischte Vitiligo: Merkmale beider Formen
- Lokalisierte oder generalisierte Ausdehnung: Beschreibung des Befallsmusters
Ist Vitiligo gefährlich?
Vitiligo ist nicht lebensbedrohlich. Depigmentierte Haut besitzt jedoch weniger natürlichen Schutz durch Melanin und kann sonnenempfindlicher sein. Zusätzlich kann die sichtbare Veränderung das Selbstbild und die Lebensqualität erheblich belasten.
Bestimmte Autoimmunerkrankungen, insbesondere der Schilddrüse, treten bei Menschen mit Vitiligo häufiger auf. Welche Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anhand von Beschwerden, Vorgeschichte und Befund.
Kann Vitiligo behandelt werden?
Behandlung kann darauf zielen, eine aktive Ausbreitung zu bremsen, Repigmentierung zu fördern und erreichte Ergebnisse zu stabilisieren. Erfolg und Dauer hängen unter anderem von Körperstelle, Erkrankungsdauer, Aktivität und vorhandenen Haarfollikeln ab.
Wichtig: Pflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine medizinische Vitiligo-Therapie.
Fachliche Basis: AWMF-S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Vitiligo (Reg.-Nr. 013-093, Stand 2021, Gültigkeit bis April 2026), die bei der AWMF angemeldete Überarbeitung sowie aktuelle EMA-Arzneimittelinformationen. Quellenprüfung: 19. August 2026.
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